Hanse Stadthäuser

Interview

mit den Architekten

Architekteninterview

Petra Zymara und Philipp Loitzenbauer
über die Hanse Stadthäuser

Das in Hannover ansässige Architekturbüro zymara und loitzenbauer hat sich mit dem Entwurf und Bau von Neubauten wie auch mit der Konzeption von Maßnahmen im Gebäudebestand einen Namen gemacht. Mit sicherem Gespür für Möglichkeiten, Details und Materialien gehen sie geschickt auf die örtlichen Gegebenheiten ein, sodass die von ihnen geplanten Gebäude zu etwas ganz Besonderem werden.

Wir wollten wissen, was Sie beim Entwurf der Hanse Stadthäuser bewegt hat.

Ihr Schwerpunkt liegt im Bau und Umbau von Einfamilienhäusern - was hat Sie an diesem Auftrag gereizt?

Loitzenbauer: Im Hanseviertel konnten wir ein Ensemble von Haustypen schaffen, die Häuser aufeinander abstimmen und in Beziehung setzen. Interessant ist auch das leichte Gefälle des Grundstücks, das zu einem Höhenversatz der Häuser führt. Um die Häuser weiter zu differenzieren, haben wir sie auch horizontal versetzt. So ergibt sich eine aufgelockerte Straßenansicht und die Häuser sind individuell ablesbar.

Was ist das Besondere an diesen Stadthäusern? Was war Ihnen beim Entwurf wichtig?

Zymara: Wir konnten mit unserem Entwurf alle Beteiligten überzeugen, nur zehn anstelle der im Bebauungsplan vorgesehenen 11 Häuser zu bauen. Dadurch sind breitere Häuser mit großen Fensterfronten entstanden. Insgesamt ist uns das Thema Licht sehr wichtig. Der verglaste Erker im ersten Stock zum Beispiel ist nach Westen ausgerichtet, um das Licht am Nachmittag und Abend einzufangen. Besonders an den Hanse Stadthäusern sind auch die Vorgärten. Mit der Bank, der geschlossenen Mülleinhausung und Beetflächen, also mit wenigen baulichen Elementen entsteht hier ein geschützter Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität.

Für wen haben Sie diese Häuser entworfen? Wen haben Sie sich beim Entwerfen als Bewohner vorgestellt?

Zymara: Da wir hier die zukünftigen Bewohner nicht persönlich kennen, haben wir uns an den Bedürfnissen einer Familie mit zwei Kindern orientiert. Aber wenn man genau hinschaut, sind die vorhandenen Räume der drei Haustypen sehr vielfältig nutzbar. Wer zu zweit lebt, hat separate Räume für Hobbys oder viel Platz für Gäste. Oft wird zuhause ein Arbeitsplatz benötigt, der sich hier sogar im Wohnzimmer einrichten ließe, wenn alle Schlafzimmer als solche genutzt werden sollen. Also denken wir, dass die Häuser auf unterschiedliche Lebenssituationen reagieren können und damit vielen Möglichkeiten für ein individuelles Zuhause offen stehen.

Man liest so viel von neuen Energiestandards. Welche Bedeutung haben die für den Entwurf und die bauliche Umsetzung der Häuser?

Loitzenbauer:  Neben der energetischen Qualität der Außenhülle und dem Einsatz effizienter Haustechnik sind für uns auch die Langlebigkeit und die Energiebilanz der eingesetzten Baustoffe wichtige Kriterien. Wir konnten Sie als Bauherren von einem monolithischen, porosierten Ziegelmauerwerk für die Außenwände überzeugen, was ein Wärmedämmverbundsystem aus mineralölhaltigen Schaumstoffplatten an der Fassade überflüssig macht. Für die energetische Qualität der Hanse Stadthäuser ist auch der Einsatz von Nahwärme aus regenerativen Energieträgern von positiver Bedeutung. Insgesamt konnten so die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 30 % unterschritten werden.

Die Planung ist ja nun abgeschlossen. Wie geht es weiter?

Loitzenbauer: Tatsächlich ist es schon weitergegangen.  Die Leistungen der einzelnen Gewerke sind ausgeschrieben und größtenteils vergeben. Und wir konnten bereits Anfang März mit dem Bau  beginnen. Wir freuen uns die Häuser wachsen zu sehen.  

Foto: Frîa Hagen, Hannover